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ALARMSTUFE ROT

DKG Wir brauchen einen Befreiungsschlag

Berlin - Mit einer bundesweiten Kampagne will die DKG ihrer Forderung nach einem umgehenden Inflationsausgleich in Form eines Rechnungsaufschlags auf die Krankenhausrechnungen mehr Ausdruck verleihen.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gab am 5. September 2022 den Startschuss für eine bundesweite Kampagne, mit der sie auf die massiven wirtschaftlichen Bedrohungen für die Krankenhauslandschaft aufmerksam machen will. Gefordert wird ein umgehender Inflationsausgleich für die Kliniken, um ungesteuerte Insolvenzen zu verhindern.  
  
 

Kliniken schreiben rote Zahlen

 
Nach den Belastungen der Pandemie würden die Krankenhäuser nun von Inflation und insbesondere den extrem gestiegenen Energiepreisen getroffen. Diese gesteigerten Kosten könnten die Kliniken jedoch nicht weitergeben. Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG, beschreibt es als „völlig inakzeptabel, dass die Politik einfach hinnimmt, dass bereits in diesem Jahr 60 Prozent der Krankenhäuser rote Zahlen schreiben und sich die Lage im kommenden Jahr noch weiter zuspitzen wird.“ Nach einer aktuellen Blitzumfrage des DKI (August 2022) sehen knapp 40 Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Situation so gefährdet, dass Insolvenzen drohen.  
  
 

Kurzfristige Hilfe und langfristig Reformen

 
Vorgesehen sei für 2022 nur eine Steigerung der Einnahmen für die Kliniken von 2,32 Prozent, wobei die Inflation jedoch schon bei knapp acht Prozent liegt und auf zehn Prozent steigen werde. Hinzu kämen seit Jahren bekannte Probleme wie der chronische Personalmangel und die ausbleibende Investitionskostenfinanzierung der Länder. Eine kurzfristige finanzielle Hilfe und langfristig vernünftige Struktur- und Finanzierungsreformen seien dringend nötig, ansonsten würden sich Krankenhaus-Schließungen dramatisch weiter verschärfen, so Gaß. Ohne einen Inflationsausgleich zur Stabilisierung der Krankenhäuser drohe ein massiver Personalabbau mit negativen Folgen für die Patientenversorgung. Es brauche jetzt kurzfristige finanzielle Hilfe, und langfristig vernünftige Struktur- und Finanzierungsreformen.  
  
Die Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) ergab außerdem, dass 96 Prozent der Krankenhäuser die gestiegenen Kosten nicht mehr aus den laufenden Einnahmen bezahlen können. „Ein Krankenhaus mittlerer Größe wird nach aktuellen Berechnungen 2023 über sechs Millionen Euro mehr für Gas und Strom bezahlen, als im Jahr 2021. Mehrausgaben in Millionenhöhe, die nicht gedeckt sind. Allein das macht auf alle Kliniken hochgerechnet einen Fehlbetrag von rund vier Milliarden Euro. Insgesamt gehen wir für das Jahr 2023 von einer Unterdeckung von 10 Milliarden aus“, so Gaß.  
  
 

Finanzstabilisierungsgesetz verschärft Pflegemangel

 
Neben der wirtschaftlichen Situation würden besonders Personalausfälle die Versorgungssituation gefährden. Aktuell könnten 87 Prozent der Krankenhäuser nicht ausschließen, Stationen zeitweilig schließen zu müssen. Fast 80 Prozent gingen davon aus, dass sie im Herbst wegen Personalmangels planbare Operationen und Eingriffe verschieben oder absagen müssen. „Wir brauchen einen Befreiungsschlag. Zum einen müssen wir endlich entbürokratisieren und die Misstrauenskultur beenden, beschreibt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Prof. Henriette Neumeyer, die Situation.  
  
Also „absolut absurd“ bezeichnet die Neumeyer, die Tatsache, dass das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz auch den Pflegemangel weiter verschärfen werde. Die Pläne müssten schnellstmöglich aufgegeben werden, um den Mitarbeitenden perspektivisch eine bessere Personalausstattung bieten zu können. Hier seien auch die Krankenhäuser gefordert, vorab benötige es aber die richtigen Rahmenbedingungen vonseiten der Politik, erklärt Neumeyer.  
  
Zusammen mit den Landeskrankenhausgesellschaften will die DKG nun in den kommenden Wochen an zahlreichen Orten in den Bundesländern präsent sein und Gesprächsangebote für Presse und Öffentlichkeit organisieren. Mit einer Online-Petition sollen die Forderungen untermauert werden.  
  
 
Pressemeldung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 5.9.2022.  
  
 
 
Veröffentlicht am: 08.09.2022  /  News-Bereich: News des Klinikverbundes
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